Fachkräfteaustausch in Gambia

Im Sommer 2017 startete Radio F.R.E.I. ein internationales Fachkräfteprojekt, das sich der Förderung von Partnerschaften in der Jugend- und Medienarbeit widmet. Partnerland ist Gambia, das kleinste Land Afrikas.

Einzelne Akteur*innen von Radio F.R.E.I. kennen das Land seit vielen Jahren, haben dort selbst Praktika und Begegnungsprogramme durchgeführt und sind insbesondere durch die Partnerschaft mit einer lokalen Vorschule seit 17 Jahren eng mit Gambia verbunden. Anhand dieser Vorkenntnisse, Erfahrungen und Netzwerke wurde die Idee entwickelt, in der Jugend- und Medienarbeit weitere Kontakte anzubahnen und daraus längerfristige Beziehungen zu entwickeln.

Die finanzielle Unterstützung durch Engagement Global aus Mitteln des BMZ (Programm weltwärts-Begegnung) sowie durch die Stiftung Nord-Süd-Brücken und die Thüringer Staatskanzlei ermöglichten die Umsetzung erster konkreter Projektschritte. Dazu zählen der bereits 2017 stattgefundene Fachkräfteaustausch in Erfurt, das deutschlandweite in Erfurt umgesetzte Gambia-Forum und die im Februar 2018 realisierte Fachkräftebegegnung in Gambia. Diese vermittelte erste Eindrücke zum gambischen Bildungssystem, zum Wirken von Jugendorganisationen, zu lokalen/regionalen öffentlichen und freien Strukturen der Jugendarbeit sowie zur Medienarbeit von Community Radios und deren Bedeutung in Gambia.

Übergreifend gab es auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema „Flucht nach Europa“. Gambia ist im Verhältnis zu seiner Einwohnerzahl (ca. 2 Mio) eines der am meisten davon betroffenen Länder Afrikas. Auch nach dem Regierungswechsel und einem demokratischen Neustart Anfang 2017 ist diese Problematik hoch aktuell. Die jungen Menschen begeben sich wegen einer anhaltenden Arbeits- und Perspektivlosigkeit auf die riskante und lebensbedrohliche Route über die Sahara und Libyen nach Europa und das Land blutet aus. Um dieser Thematik Aufmerksamkeit zu verschaffen und eine differenzierte Auseinandersetzung damit zu befördern, führte Radio F.R.E.I. Interviews mit offiziellen Persönlichkeiten am Gambia-College und in der regionalen Bildungsbehörde, mit Dorfältesten, Jugendlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Die Interviews vermitteln relevante Eindrücke zum Thema Flucht(ursachen) sowie möglichen Ansatzpunkten zu deren Bekämpfung und werden in Kürze auf www.stadt-finden.de veröffentlicht.

Weitere konkrete Projektergebnisse bestehen darin:

  • dass erste Kontakte zu Community Radios aufgebaut und die Basis für weitere Kooperationen mit Radiostationen in Gambia gelegt wurden,

  • Kontakte und Netzwerke zu lokalen und regionalen Jugend- und Bildungsstrukturen initiiert und aufgefrischt wurden, die Potentiale für die Weiterführung des internationalen Projekts bereithalten

  • und dass ein Bewusstsein für die Lebensrealitäten beider Länder nicht nur bei den direkten Teilnehmenden sondern durch die begleitende Medienarbeit auch bei breiteren Zielgruppen gefördert werden konnte/kann.