AKTUELL

„Blick vom Hügel“ – „Die Alte Kirche“ – „Verlassen Verfallen Eingezäunt“

So könnten die Bilder betitelt sein, die in der Kreativmalwerkstatt „Mal was Du siehst … Dein Bild vom Südosten“ entstehen und am Ende in einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollen.
Du malst gern, hast den Schritt vom Papier zur Leinwand aber noch nicht gewagt? Welche Materialien benötigt man? Welche Techniken gibt es? Wie fängt man überhaupt an?

An vier Freitagen sollen diese Hürden zu Deinem ersten Gemälde auf Leinwand genommen und das eigene Lebensumfeld mit den Augen des Malers entdeckt werden. Die Werkstatt richtet sich an Menschen über 16 Jahren, die entweder am Herrenberg, Wiesenhügel oder in Melchendorf wohnen oder einen direkten Bezug zu den Stadtteilen haben.

Die Teilnahme und Materialien sind frei und außer einer alten Schürze und Interesse an der

Malerei mußt Du nichts mitbringen. Die Betreuung der Werkstatt liegt in den Händen der Erfurter Künstlerin Ines Chwalek.

Beginn ist diesen Freitag, den 19. September 2014, um 15:30 Uhr Stadtteilzentrum Herrenberg (ehemals Urne), Stielerstr.3, 99099 Erfurt.

Anmeldungen bis 18. September 2014 unter stadtfinden@radio-frei.de, über den Briefkasten am Radiocontainer In der Lutsche 10 (vor der Judohalle am Wiesenhügel), im Stadtteilzentrum Herrenberg oder über den untenstehenden Kasten.

ANMELDUNG

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Seit Mitte des vergangenen Jahres hat sich mit der „Kammwegklause“ auf dem Herrenberg ein neues Neonazizentrum in der Landeshauptstadt Erfurt herausgebildet. Von NPD-Veranstaltungen über sogenannte Diskussionsabende bis hin zu zahlreichen rechten Liederabenden wird das Zentrum rege von der rechten Szene genutzt. So wird von dort aus auch der rechte Lifestyle-Internet-Versand „Patriot“ und ein Laden der Nazimarke Ansgar Aryan betrieben. Mit der Außenfassade in Schwarz-Weiß-Rot und dem Kneipennamen in Frakturschrift wird aus der dort vorherrschenden Gesinnung kein Hehl gemacht.

Aber auch rund um den Naziladen hat die rechte Szene ihre Aktivitäten stark erhöht. So ist es kein Zufall, dass bei den jüngsten Ortsteilrats- und Bürgermeisterwahlen auf dem Herrenberg und im angrenzenden Ortsteil Melchendorf Vertreter der NPD angetreten und auch mit verhältnismäßig vielen Stimmen gewählt worden sind. Ohne deutliche Gegenwehr ist der Herrenberg zu einer Wohlfühlzone für Neonazis geworden. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre spielen der rechten Szene in die Hände. Auf dem Herrenberg hat die kapitalistische Verwertungslogik sichtbare Spuren hinterlassen. Das „Herrenbergcenter“ ist nahezu verwaist, ein Jugendzentrum war bis vor kurzem nicht vorhanden und die Stadtteilbibliothek ist seit langem geschlossen. Das öffentliche Leben hat sich in die Kaufhalle am Fuße des Herrenbergs verlagert. Zurück bleiben die Anonymität und der Charme des Plattenbaus mit nur sehr wenigen Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene.

Anziehungskraft besitzt derzeit vor allem die rechte Jugendkultur, die mit der Kammwegklause und regelmäßigen Angeboten einen Anlaufpunkt bietet. Nichtrechte oder gar antifaschistische Alternativen haben es schwer.

beats against rasicmDem wollen wir – wenn auch nur zeitlich und räumlich begrenzt – Abhilfe schaffen. Gesellschaft kann auch anders aussehen! Mit „Beats Against Fascism“ wollen wir antifaschistische, antirassistische, antisexistische und unkommerzielle Kultur zurück auf den Herrenberg bringen. Bei Musik von Hip Hop über Punk bis Hardcore, DJanes, Redner_innen und Infoständen werden wir gegen rechte Wohlfühlzonen, Neonazi-Lifestyle und Naziläden feiern und über Alternativen diskutieren.

Kommt am 04. Oktober vorbei und unterstützt mit uns die Menschen, die auf Nazis keinen Bock haben!

2014 09 21 Stadtsenden Live A5Am kommenden Sonntag, den 21. September, sendet Radio F.R.E.I. von 13 – 19 Uhr ein letztes Mal live aus dem Südosten unserer Stadt! Gleichzeitig ist dies auch die letzte Livesendung aus dem Radiocontainer, der seit 3 Jahren im Rahmen des Projektes STADTFINDEN durch 5 verschiedene Erfurter Stadtteile wandert.

Um dies gebührend zu feiern, laden wir herzlich zum „LANGEN SONNTAG des CONTAINERS“ ein. Gemeinsam werden Easy Sunday live, StadtSenden, das LAP-Magazin und Studio Buttertoast fünf Stunden lang Gäste, KooperationspartnerInnen und Mitarbeitende des Projektes zu Wort kommen lassen, zurückblicken, aber auch in die Zukunft schauen. Was haben wir bewirkt? Was ist entstanden? Was waren die schönsten, ernüchterndsten, überraschendsten Momente? Bei Häppchen, Sekt und Selters und natürlich grandioser Klubraumsound-Musik werden wir plaudern, den Tag genießen und vielen interessanten und spannenden Interviews lauschen.

Alle Menschen sind herzlich eingeladen! Der Radio-Container steht noch bis Ende September auf dem Wiesenhügel, In der Lutsche 10, direkt neben der Judohalle.

Die Radiosendung kann zeitgleich auf der UKW-Frequenz 96.2 gehört werden.

Doch auch, wenn der Container sich verabschiedet, werden wir noch eine kleine Weile im Südosten bleiben und verschiedene Veranstaltungen durchführen. So können sich Interessierte an einer kreativen Malwerkstatt beteiligen, an einem Workshop zu transkulturellen und nicht-rassistischen Perspektiven der Öffentlichkeitsarbeit am 26. September teilnehmen oder bei einem Live-Konzert am 4. Oktober vor dem Stadtteilzentrum Herrenberg die Tanzbeine schwingen.

Aktuelle Informationen zu allen Aktionen gibt es unter: www.stadt-finden.de oder dem Aushang direkt am Container. Kontakt kann per email unter: stadtfinden@radio-frei.de aufgenommen werden.

Anstöße für eine transkulturelle und nicht-rassistische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Sie beschäftigen sich mit Themen wie Interkulturalität, Globalem Lernen oder Migration? Sie setzen sich für mehr Toleranz, ein besseres Miteinander und mehr Verantwortungsbewusstsein in der Einen Welt ein? Und doch haben Sie sich eventuell schon einmal gefragt, ob Sie bzw. ihre Organisation durch die Art und Weise, wie Sie in die Öffentlichkeit treten – durch Flyer, Plakate, Bilder oder auch Veranstaltungen und Aktionen – dies auch immer erreichen oder manchmal auch unbewusst Vorurteile und Klischees weitertragen?

Dieser Workshop bietet die Möglichkeit, die eigene Arbeit und speziell die Wirkungen von Veröffentlichungen und Aktionen durch eine transkulturelle und nicht-rassistische Perspektive zu reflektieren. Dadurch können das eigene Handeln sowie Strukturen und Ansprache-Konzepte überprüft und gemeinsam Alternativen entwickelt werden.

Nach einer kurzen Einführung in den transkulturellen Ansatz sowie verschiedene Begrifflichkeiten (Rassissmus, Ethno-/Eurozentrismus, etc.) werden wir kritische Fragen zu Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen/Aktionen aufwerfen, positive Alternativen kennenlernen, um dann ganz konkret zu werden und gemeinsam verschiedene Materialien zu analysieren. Im Idealfall arbeiten die Teilnehmenden an selbst erstellten „Produkten“ ihrer Organisation/ihres Projekts, die Sie zum Workshop mitbringen können (z.B. Broschüren zur Projekt-/Vereinsvorstellung, Plakate mit Veranstaltungsankündigungen, Flyer-Aufrufe zu Aktionen, Bildungskonzepte, etc.). In einem gemeinsamen Austausch werden dann konkrete Alternativen für die eigene Arbeit entwickelt.

Wann: Freitag, 26.09.2014 von 10 – 16 Uhr

Wo: Stadtteilzentrum Herrenberg, Stielerstr. 3, 99099 Erfurt (zu erreichen mit der Straßenbahnlinie 3 oder 4, Haltestelle: Abzweig Wiesenhügel)

Veranstalter: Projekt STADTFINDEN (Radio F.R.E.I./KOMED e.V.) in Kooperation mit dem dindingo-Gambia e.V.

Ansprechpartnerin: Angelika Heller / 0361-7467422 / stadtfinden@radio-frei.de

Der Workshop ist kostenlos. Um Anmeldung bis 23.09.2014 wird gebeten. Bitte benutzen Sie dafür untenstehendes Anmeldeformular oder schicken sie uns die erfragten Informationen per Email an stadtfinden@radio-frei.de .

ANMELDUNG

motiv wiesenhuegelDas Thüringer XENOS-Projekt „Erfurt – Im Verbund für ein besseres Verständnis und Miteinander“ von ARBEIT UND LEBEN Thüringen und KOMED e.V./Radio F.R.E.I. startet ab September in Kooperation mit dem lokalen Erfurter Verein Plattform e.V. eine vierteilige Veranstaltungsreihe zum Transfer seiner Projektergebnisse:

  1. Stadtsenden – Stadtteilradio als Medium aktiver Beteiligung (Ende September 2014)
  2. Mikroprojekte – Projektförderung für junge Engagierte im Stadtteil (Oktober 2014)
  3. StadtLebendig – Ansätze und Perspektiven aktiver Stadtteilgestaltung (Abschlussveranstaltung des Verbundprojektes 28.11.2014)
  4. Wiederbelebung von Leerstand und Brachflächen – Gemeinschaftliche Nutzungskonzepte zur Förderung von sozialem Miteinander (Dezember 2014)

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und Interessierte herzlich eingeladen.

Die Tagesveranstaltung „StadtLebendig – Ansätze und Perspektiven aktiver Stadtteilgestaltung“ am 28. November 2014 dient gleichzeitig als Abschlussveranstaltung des Verbundprojektes und beschäftigt sich neben Rückblick und Perspektiven der Projektergebnisse auch mit der Situation in benachteiligten Stadtvierteln in Frankreich (am Beispiel Valdegour in Nîmes).

Vorläufiges Programm:

  1. „Erfurt – Im Verbund für ein besseres Verständnis und Miteinander“ – Eine Bilanz
  2. Perspektiven und Ausblick

A)  Transferansätze

Podiumsgespräch u.a. mit Teilnehmenden aus dem Stadtteilzentrum Erfurt-Herrenberg und dem Stadtteilzentrum im Valdegour zur Situation in ausgewählten Stadtvierteln und der Übertragbarkeit der Projektergebnisse

B)  Transferprojekte und –ideen

Wie können die Projektansätze in neue Projektideen münden und welche Förderungen sind möglich?

C)  World-Café der Zukunftsperspektiven

Flankierend wird es ein kulturelles Rahmenprogramm geben:

  • Aufführung eines Stadtteilsongs
  • Ausstellung Malwerkstatt
  • Lesung Kurzgeschichten aus dem Südosten Erfurts
  • Ergebnisse der Kunstaktion „Goldenes Quartier“
  • Musik einer französischen Jugendgruppe aus Valdegour, die parallel an einer Jugendbegegnung teilnehmen wird

Neben der Veranstaltungsreihe werden weitere Strategien bezüglich eines Ergebnistransfers verfolgt. So werden die im Teilprojekt „Stadtkundig“ entwickelten Weiterbildungsmodule in den Weiterbildungskatalog des Amtes für Bildung der Stadt Erfurt übernommen. Der Radiocontainer des Teilprojektes „Stadtfinden“ wird weiterhin fester Bestandteil der Arbeit von KOMED e.V./Radio F.R.E.I. sein. Derzeit werden diverse Anschlussfinanzierungen geprüft. Ziel dessen ist es, die Ergebnisse in vielfältiger Form nachhaltig zu gestalten und einen Transfer sicherzustellen.

Weitere Informationen zum Verbundprojekt sowie Informationen zur geplanten Veranstaltungsreihe finden Sie auf www.stadtfinden.de oder www.arbeitundleben-thueringen.de